Das Gemälde wurde laut überwiegender Forschungsmeinung von Friedrich III. für die Schlosskirche in Wittenberg in Auftrag gegeben, was jüngst von Christof Metzger angezweifelt wurde, da bei dem Verkauf des Gemäldes das Einverständnis der Universität eingeholt werden musste.
1504
AD
Das datierte und signierte Gemälde von 1504 zeigt im Querformat die Erzählung der Anbetung der Könige aus dem Matthäusevangelium (Mt 2,2-11), die dem Jesuskind ihre Gaben darbringen. Die monumentalen Protagonist*innen platziert Dürer auf einem Podest am vorderen Bildrand inmitten einer Ruinenlandschaft unter freiem Himmel. Josef als Teil der Heiligen Familie fehlt in Dürers Bildprogramm, wie bereits in Martin Schongauers Kupferstich der "Anbetung der Könige" aus dessen Marienleben-Zyklus, der ebenfalls am rechten Bildrand einen Diener zeigt, der eine Tasche durchsucht. Die heute verlorene Druckplatte befand sich wohl in Dürers Besitz (vgl. Metzger/ Zaunbauer/ Schütz 2025, S. 273). Für andere Bildelemente konnte Dürer wiederum auf seinen Werkstattfundus zurückgreifen (vgl. hierzu Ausst.-Kat. Nürnberg 2012, S. 415)
Das Gemälde war ursprünglich in der Schlosskirche in Wittenberg aufgestellt. Die Forschung ging daher überwiegend davon aus, dass Dürer den Auftrag von Kurfürst Friedrich III. für seine Residenzstadt erhielt, so wie auch beim Gemälde der „Mater der Zehntausend Christen" (vgl. Wien, KHM, Inv.-Nr. 835). Christof Metzger brachte dem jüngst einen Bericht aus dem Jahr 1604 entgegen, aus dem hervorgeht, dass beim Verkauf der Tafel an Kaiser Rudolf II. das Einverständnis der Universität eingeholt werden musste. Als Stifter kommen laut Metzger der kursächsische Kämmerer Degenhard Pfeffinger und Henning Göde als Propst der Schlosskirche in Betracht, deren Epitaphe sich am Anbringungsort der Tafel in der Schlosskirche befanden (vgl. Metzger/ Zaunbauer/ Schütz 2025, S. 273).
Seit den Ausführungen von Hans Kauffmann (vgl. Kauffmann 1938) versuchten einige Forschende nachzuweisen, dass die "Anbetung der Könige" zusammen mit den beiden Seitenflügeln des "Jabach-Altars" (vgl. Frankfurt am Main, Städel Museum, Inv.-Nr. 890; Köln, Wallraff-Richartz Museum, Inv.-Nr. 385) ein Triptychon bildete – eine These, die sich als nicht haltbar erwies.
Von dem Gemälde existiert eine Nachzeichnung aus dem Umkreis von Lucas Cranach (vgl. Erlangen, Universitätsbibliothek, Inv.-Nr. B 1311). Zudem hält Dürer den Hirschkäfer am unteren rechten Bildrand erneut 1505 in einer Einzelzeichnung fest (vgl. Los Angeles, J. Paul Getty Museum, Inv.-Nr. 83.GC.214).
S. 188, Nr. 82
S. 407
S. 265
S. 272, Nr. 25