Dürer fertigte die Porträtzeichnung, die traditionell als Bildnis des "Lucas van Leyden" bezeichnet wird, während der berühmten Reise, die er 1520/ 1521 in die Niederlande unternahm.
Mit dem Silberstift hielt er einen jungen Mann mit halblangen Haaren fest, der eine Kopfbedeckung trägt. Wie in zahlreichen anderen Porträts, die auf der Reise entstanden, gibt Dürer ihn als leicht zur Seite gewandtes Brustbild wieder.
Zwar notierte der Künstler keinen Hinweis zur Identifikation des Dargestellten auf das Blatt, doch meinten Forschende nicht nur durch visuelles Abgleichen mit anderen Porträts den niederländischen Künstler Lucas von Leyden zu erkennen (vgl. Winkler IV, S. 38, Nr. 816). 1572 veröffentlichte die Witwe Hieronymus Cocks in Antwerpen eine Bildnisserie, die einen Stich nach der Zeichnung enthält und in einer lateinischen Inschrift unterhalb den Dargestellten identifiziert sowie auf Dürer als den Schöpfer der Bildidee verweist (vgl. Lampsonius 1572, Tafel 10). Zudem wird die Silberstiftzeichnung mit einer Nennung im sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise in Verbindung gebracht, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist. Hier notierte der Künstler: "Ich hab Maister Lucas von Leÿen, mit dem steft conterfet." (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 54, Z.23)
S. 22, Nr. 847
S. 27, Nr. 830
S. 106, Nr. 1029
S. 2046, 1521/26
S. 264
S. 54