·1506· AD
Dürer porträtiert in diesem signierten und datierten Gemälde von 1506 einen Mann mit schwarzem Barett samt darunter hervortretenden welligen Haaren sowie einem weißem Hemd und Mantel samt Pelzbesatz als Brustbild in Dreiviertelansicht vor einem schwarzen Hintergrund. Der Porträtierte wurde aufgrund der deutlichen Ähnlichkeit mit einer datierten und mit „BVRCARDVS DE BVRCARDIS SPIRENSIS 1506“ bezeichneten Bildnisminiatur in Weimar (vgl. Weimar, Klassik Stiftung, Graphische Sammlungen, Inv.-Nr. KK 111) laut Fedja Anzelewsky erstmals von Friedrich Dörnhöffer als Burkhard von Speyer identifiziert (vgl. Anzelewsky 1991 I, S. 205); über diesen sind jedoch keine weiteren Informationen bekannt. Dieser ist wohl auch als vierte Person von links auf der Seite der Kleriker auf dem „Rosenkranzfest“ (vgl. Prag, Nationalgalerie, Inv.-Nr. O 1552) dargestellt, das Dürer zuvor während seiner zweiten Italienreise beendet hatte. Bei dem Porträt handelt es sich, genauso wie bei dem „Bildnis eines jungen Mannes“ (vgl. Genua, Galleria di Palazzo Rosso, Inv.-Nr. PR 47) und laut Karl Schütz wohl auch dem „Bildnis einer Venezianerin“ (vgl. Berlin, SMB, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 557 G; Metzger/ Zaunbauer/ Schütz 2025, S. 286) aus demselben Jahr, wohl um eines der Auftragsbildnisse des Herbstes 1506, die Dürer im Briefwechsel mit seinem Freund Willibald Pirckheimer erwähnt (vgl. London, British Library, Harley 4935, fol. 41; Rupprich 1956, Nr. 9, S. 57).
Im 17. Jahrhundert hing das Gemälde in Besitz von König Charles I. von England zusammen mit dem „Selbstporträt von 1498“ (vgl. Madrid, Museo del Prado, Inv. Nr. P002179) und dem vielfach diskutierten „Bildnis des Vaters“ (vgl. London, The National Gallery, Inv.-Nr. NG 1938) im Chair Room des Whitehall Palace in London.
S. 205, Nr. 97
S. 286, Nr. 32