FELIX HVNGERSPERG
Der kostlich vnd vbergerad lawtenschlaher
das sind dy pesten
felix
adolff
samario
Während seiner berühmten Reise in die Niederlande porträtierte Dürer zahlreiche seiner Begegnungen. Hierzu gehört das Bildnis eines bärtigen Mannes, der niederkniet, die Hände zum Gebet aneinanderlegt und vor sich auf das kaiserliche Wappenschild ablegt. Der Künstler notierte oben mittig den Namen "Felix Hungersperg" und verweist zudem darauf, dass er ihn für einen der besten "Lautenschlaher", neben "adolff" und "samario" hält.
In dem sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, wird der Name des Mannes an verschiedenen Stellen erwähnt. Dürer schreibt von gemeinsamen Essen, dass "Felix" ihm Kunst abkaufte oder seiner Ehefrau Agnes, die ihn auf der Reise begleitete, ein Schälchen schenkte. Zudem nennt er zwei Porträts, die er von ihm anfertigte. Während das zuerst genannte (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 11, Z. 3) zumeist als das Brustbild "Der kaiserliche Hauptmann Felix Hungersperg" (Wien, Albertina, Inv.-Nr. 3162) interpretiert wird, soll Dürer das Bildnis in ganzer Figur mit folgendem Satz gemeint haben: "Ich hab Felix knieent in sein Buch mit der Feder Conterfet." (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 31, Z. 16) Forschende vermuteten, dass die mit identifizierender und huldigender Inschrift versehene Federzeichnung vielmehr ein Entwurf für diejenige Zeichnung ist, die Dürer - wie im Tagebuch notiert - in das Buch des Porträtierten zeichnete, nicht zuletzt da darin die Inschrift keinen Sinn gemacht hätte (vgl. Koschatzky/ Strobl 1971, S. 376).
S. 25, Nr. 562
S. 15, Nr. 774
S. 106, Nr. 1026
S. 376, Nr. 122
S. 1958, 1520/28
S. 494-495, Z 150
S. 31