gedruckte Einfassungslinie
Heinrich Vogtherr, der auch unter dem Pseudonym Heinrich Satrapitanus in Erscheinung trat, kopierte Dürers um 1499 entstandenen Kupferstich "Maria mit langem Haar auf der Mondsichel". Er übertrug die Darstellung in das Medium des Holzschnitts, ergänzte Wolken in den Bildecken und ersetzte das Haarband der Gottesmutter durch eine Sternenkrone – womöglich in Anlehnung an Dürers "Maria mit der Sternenkrone" von 1508 (vgl. Ausst.-Kat Nürnberg 1976, S. 90).
Die in der Literatur als zwei Druckzustände beschriebenen Varianten des Holzschnitts, ohne und schließlich mit dem ligierten "HS" Monogramm mit dem Kreuz unterhalb mittig der Mondsichel, erweisen sich als Abzüge von zwei Stöcken. Der Stock mit Monogramm muss wohl spätestens 1514 vollendet worden sein: er findet sich als Schlussbild in Hieronymus Dungersheims "Confutatio apologetici cuiusda[m] sacre scripture falso inscripti", die 1514 bei Wolfgang Stöckel in Leipzig erschien (vgl. Dungersheim 1514). 1518/ 1519 wurde die Mariendarstellung für Schriften Martin Luthers als Illustration verwendet, gedruckt bei dem ebenfalls in Leipzig ansässigen Martin Landsberg (vgl. Vogt 2008, S. 415).
S. 90, Nr. 43