1521
Die Federzeichnung "Maria mit Kind, drei Heiligen und musizierenden Engeln" gehört zum Vermächtnis von Henri D'Orléans d'Aumale.
In der von Dürer in das Jahr 1521 datierten Zeichnung, die nachträglich von fremder Hand mit seinem Monogramm versehen wurde, sitzt die gekrönte Maria auf einem Thron. Während sie den nackten Christusknaben auf ihrem Schoß hält, richtet sie ihren Blick fest auf die Betrachter:innen. Zu ihren Füßen musizieren Engel. Der kleine Heiland wendet sich hingegen den Heiligen zu, die sich adorierend nähern. Links lehnt der lesende Joseph an einem Säulenpostament.
An verschiedenen Stellen der Zeichnung, wie an der Krone der heiligen Katharina oder dem Engel, sind nachträgliche Korrekturen Dürers deutlich sichtbar (vgl. hierzu Winkler IV, S. 49). Gemeinsam mit anderen Zeichnungen, die musizierende Engel und/ oder die Madonna mit Heiligen zeigen, wird die Zeichnung als Teil eines nie ausgeführten Projektes interpretiert, das Dürer auf seiner berühmten Reise in die Niederlande vorbereitet haben soll. Forschende mutmaßen, dass der Künstler ein Altargemälde einer Sacra Conversazione für Margarete von Österreich, Statthalterin der habsburgischen Niederlande, anfertigen wollte oder sollte (vgl. Alsteens 2021). Im sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, wird ein solches Projekt nicht erwähnt.
S. 31, Nr. 846
S. 2144, 1521/81
S. 714, Z 400