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Name (Institution)
L. Bernheimer KG
Art der Institution
Einrichtungshaus
Galerie
Kunst-/Antiquitätenhandlung
Teppichhandlung
Unternehmensgeschichte

Lehmann Bernheimer wurde 1841 im baden-württembergischen Buttenhausen als jüngster von drei Söhnen geboren. Er wurde von einem Hauslehrer unterrichtet und mit 10 Jahren nach Stuttgart auf die Realschule geschickt. Sein Vater Meier Bernheimer (1801-1870) handelte mit Stoffen, insbesondere auf Messen in Süddeutschland. Lehmann durfte ihn bereits mit 14 Jahren begleiten und kam so das erste Mal nach München, wo der Vater zweimal im Jahr seine Stoffe auf der Dult verkaufte. Wohl auf Initiative des ältesten Bruders Adolf, der Anfang der 1850er Jahre nach New York ausgewandert war, siedelte Meier Bernheimer mit der Familie Ende der 1850er Jahre nach Ulm um und gründete die Firma „Adolf Bernheimer“, deren Geschäftsführung erst Lehmann und dann sein Bruder Leopold (1834-1910) übernahm. Als „L. M. Bernheimer, Ulm a.D.“ war es das erste Damenkonfektionsgeschäft in Ulm.

Anfang 1864 kaufte Lehmann Bernheimer in München das kurz vor dem Bankrott stehende Textilwarengeschäft „Robert Warschauer“ an der Ecke Promenadestraße/Salvatorstraße (vermutlich Nr. 7) samt Lager. Dort eröffnete er am 10. Mai 1864 das Geschäft „L. Bernheimer“. Dieses Datum gilt als Gründungstag der Firma. Er verkaufte dort Kleiderstoffe und Damenkonfektion. Bald kamen Möbelstoffe und Teppiche dazu. Die Umsätze waren gut und er begann unter anderem Seidenstoffe, Schnittwaren und Schals als Ergänzung zuzukaufen. Die Firma „L. Bernheimer“ erzielte sehr gute Erträge, weshalb sie in den 1870er Jahren das Warensortiment in den Bereichen Möbelbezugstoff, Wandbespannungen, Vorhangstoffe und deutsche Teppiche erweitern konnte. Im Zuge dessen zog Bernheimer 1870 in ein Wohn- und Geschäftshaus in der Kaufingerstraße 17 um. Er begann sich auf Orientteppiche und Asiatika zu spezialisieren. Um 1873 kaufte Bernheimer auch das Anwesen in der Kaufingerstraße 16, welches nur durch die schmale Fürstenfelderstraße vom Geschäft getrennt war. Dort zog er mit seiner Familie in den 2. Stock. Um 1874/75 kaufte er gemeinsam mit dem Mitarbeiter Adolf Schober ein Konfektionsgeschäft in der Theatinerstraße (vermutlich Nr. 16). Schober führte dies sehr erfolgreich und nach ein paar Jahren überließ die Firma ihm das Geschäft als Alleinbesitz.

1882 wurde Lehmann Bernheimer von König Ludwig II. zum Kgl.-Bayerischen Hoflieferanten und 1884 zum ersten Kgl.-Bayerischen Kommerzienrat ernannt. Im selben Jahr verkaufte er seinem Bruder Leopold für dessen Geschäft in Ulm sein gesamtes Lager an Kleiderstoffen. Die Vorlieben seiner Kunden verstärkten sein Interesse für Kunst und Antiquitäten und führten zu einer Neuausrichtung des Lagerbestands und des Geschäfts. Neue Schwerpunkte seines Angebotes waren nun Möbelstoffe und Tapeten. Später kamen antike Möbel und weitere Innenausstattungselemente hinzu. Als Lieferant und Dienstleister für die Ausstattung exklusiver Wohneinrichtungen und dekorativer Textilien, wuchs sein Lagerbestand an Asiatika, Antiquitäten und Orientteppichen. Er arbeitete nun mit Tapezier- und Einrichtungsfirmen zusammen und bekam große Aufträge zur Ausstattung von Festlichkeiten oder Ausstellungen, wie beispielsweise beim Deutschen Museum oder der deutschen Eisenbahnverwaltung. Die Firma erweiterte stetig ihr Angebot an Waren und Dienstleistungen, sodass ein Umzug in größere Räumlichkeiten notwendig wurde.

1887 kaufte Lehmann Bernheimer das Grundstück am Lenbachplatz 3 (vormals Königsplatz), wo das sogenannte „Englische Café“ mit einem großen Restaurationsgarten stand. Anstelle des Gartens plante er einen repräsentativen Wohn- und Geschäftsbau. Der beauftragte Architekt war Friedrich von Thiersch. Nach einigen Hürden im Vorfeld, sowie Schwierigkeiten während des Baus, wurde das so genannte „Bernheimer-Palais“ am 10. Dezember 1889 feierlich eröffnet. Ebenfalls im Dezember 1889 kaufte Lehmann Bernheimer auch das „Englische Café“ (Ottostraße 16), welches er mit neuen Ausstellungsräumen an das Geschäft angliederte. Der ursprüngliche Name blieb erhalten.

Zum Erfolg des Geschäfts trugen auch seine drei Söhne bei. Max, Ernst und Otto hatten jeweils eine Lehre im Ausland absolviert, wodurch sie Sprachkenntnisse, Kontakte und spezifisches Fachwissen mitbrachten. Mit 21 erhielten sie Prokura und durften selbst Einkäufe tätigen. Mit dem vollendeten 25. Lebensjahr wurden sie Teilhaber der Firma und zu Kgl.- Bayerischen Hoflieferanten ernannt. Die Brüder teilten die Geschäftsbereiche untereinander auf. Max war zuständig für Einkäufe in England und Konstantinopel. Sein Spezialgebiet waren Teppiche. Ernst tätigte Einkäufe in Frankreich, war für die Stoffabteilung zuständig und kümmerte sich um Finanzen, Buchhaltung und Steuerangelegenheiten. Otto kümmerte sich um Italien und Spanien. Sein Schwerpunkt waren antike Möbel, italienische Textilien, frühe spanische Teppiche, historische Architekturteile und Kunstwerke. Am 21. Februar 1897 brannte das Geschäftshaus am Lenbachplatz. Im Souterrain war nahezu alles verbrannt und in den oberen Stockwerken vieles durch Hitze und Wasser stark beschädigt. Während der Instandsetzung durfte die Firma ihre Waren beliebig lange und unentgeltlich in der Infanterieleibregiments-Kaserne am Hofgarten lagern. Anfang Juni waren alle Schäden beseitigt und das Geschäft wurde von Prinzregent Luitpold wieder eingeweiht und eröffnet. Laut der Geschäftschronik von Ernst Bernheimer besaß die Firma bis zum Brand keine Lagerbücher.

Zum Komissionshaus „Trapet & Heiligenthal“ in Paris gab es eine enge Geschäftsverbindung. Nach dem Tod von C. Trapet um 1899 übernahm die Firma Bernheimer dieses als „L. Bernheimer, ancien Maison Trapet“ und nutzte es bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs als „eigenes Pariser Einkaufhaus “, wie Ernst Bernheimer in der Familien- und Geschäftschronik schreibt.

Aufgrund der guten Entwicklung der Geschäfte kaufte man die angrenzenden Häuser Ottostraße 13 und 14 und nutze die Hofräume als Lager für italienische Steinplastiken und Brunnen. Die Wohnungen blieben vermietet. 1908/1909 expandierte das Geschäft abermals: Die Firma kaufte das Anwesen in der Karlstraße 21 und ließ in dessen Hof ein großes Lagerhaus bauen. Man riss die Anwesen der Ottostraße 13 bis 15 ab und errichtete an deren Stelle einen großen Neubau. Zwischen dem Geschäftshaus und dem Neubau entstand der „Italienische Hof“ als Ausstellungsfläche für Renaissance-Kunst. Das Geschäftshaus wurde saniert und bekam einen großen Lichthof, als Verbindung zum „Englischen Café“. Die Innenräume erinnerten bewusst an Museen des 19. Jahrhunderts, um die museale Qualität der Verkaufsobjekte zu betonen. Der Gobelinsaal, ein zweistöckiger Raum, war mit einem elektrischen Zugsystem ausgestattet, um großflächige Tapisserien und Gobelins gut zeigen zu können. Im sogenannten „Bernheimer‘schen Musterzimmer“ konnte man mit Hilfe eines Schienensystems und Stoffbahnen, beliebige Zimmergrößen simulieren. Die Firma verfügte über eigene Nähstuben, ein Fotoatelier und Zeichnungsbüros. Wenn Gewünschtes nicht zur Verfügung stand, konnte alles in den hauseigenen Werkstätten hergestellt werden. Ihre Ware bezog die Firma hauptsächlich über internationale Kunstauktionen. Mit der Zeit bewegte sich der Verkaufsbestand hin zu Antiquitäten und kunstgewerblichen Objekten. Es sollten alle Einrichtungsstile des Späthistorismus bedient werden. Beispielsweise gab es französische und englische Möbel des 18. Jahrhunderts neben Skulpturen der italienischen Renaissance und des deutschen Barocks. Auch Textilien und Stickereien, insbesondere Tapisserien und Gobelins waren im Angebot. Bernheimer war zum international führenden Kunst- und Antiquitätenhändler aufgestiegen. Zu seinen Kunden gehörten nicht nur das gehobene Bürgertum, Künstler und Wissenschaftler, sondern fast der gesamte europäische Hochadel, sowie amerikanische Magnaten. Die Firma florierte und zählte kurz vor dem ersten Weltkrieg 115 Mitarbeiter.

Um während des Krieges den Zusammenbruch des Auslandsgeschäfts zu kompensieren, erwarb die Firma 1916 die „Münchner Seidenweberei Gerdeisen“ und führte sie als „Münchner Seidenweberei ehem. Gerdeisen“ bis Kriegsende weiter. Dies ermöglichte Aufträge auszuführen. Hier hatte Bernheimer eine Monopolstellung in Deutschland, da man während des Krieges keine Seidenstoffe erwerben oder einführen konnte. Nach dem ersten Weltkrieg übernahm die Firma „L. Bernheimer“ die Mehrzahl der Anteile der „Münchner Gobelinmanufaktur GmbH“ und nutzte diese für ihre Teppichrestaurierung.

Im Mai 1918 starb Lehmann Bernheimer. Seine Söhne Max, Ernst und Otto übernahmen die Firmenleitung. Obwohl die Novemberrevolution von 1918 Verluste von Kunden aus dem Adel und den Königshäusern brachte und eine starke Inflation herrschte, gedieh das Geschäft, da viele Kunden ihr Geld in wertbeständiges Vermögen, wie Kunst und Antiquitäten anlegen wollten. Als sich die Mark erholte, gingen die Käufe stark zurück.

Wie Ernst Bernheimer schreibt, war es in Deutschland kaum möglich, ein bedeutendes Geschäft zu tätigen. Deshalb gründeten die Brüder die „Antiquaria AG“ mit Sitz in Luzern. Das genaue Gründungsdatum gilt es noch herauszufinden. Das Lager wurde von der „Gebrüder Bernheimer GmbH“ in Kommission gegeben. Geöffnet war das Geschäft nur in den Sommermonaten und ausgelegt auf reiche, amerikanische Gäste. Der Plan ging nicht auf und nach zwei Sommern wurde die „Antiquaria AG“ wieder aufgegeben. Um Steuern zu sparen, gründeten sie 1922 die Schwesternfirma „Gebrüder Bernheimer GmbH“, welche ausschließlich mit Antiquitäten handelte. Diese wurde aber 1934 wieder in die „L. Bernheimer KG“ eingegliedert. Die 1929 einsetzende Weltwirtschaftskrise hatte den Rückgang der Auslandsgeschäfte und erhebliche Umsatzverluste zur Folge. Die Firma konnte jedoch auch in dieser Zeit gewinnbringende Einkäufe tätigen, etwa im Juni 1931 bei der Versteigerung der Sammlung Marczell von Nemes, bei Hugo Helbing. Nach dem Tod von Max Bernheimer wurde die Firma am 14. März 1933 in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt und der Name in „L. Bernheimer KG“ geändert. Ernst und Otto Bernheimer wurden Gesellschafter und Karoline Bernheimer (1879-1973), die Witwe von Max Bernheimer, Kommanditistin.

Mit Hitlers Ernennung zum Reichskanzler 1933 begann in Deutschland die Verdrängung der Juden aus dem sozialen, öffentlichen und wirtschaftlichen Leben. Viele jüdische Kunsthandlungen wurden bereits vor 1937 arisiert. Die Familie Bernheimer konnte aufgrund von Sondergenehmigungen aber auch mit Einschränkungen, ihre Kunsthandlung bis zur Pogromnacht am 9. November 1938 betreiben. Dies zeigt die Bedeutung und den internationalen Ruf der Firma. Sie brachte nicht nur wertvolle ausländische Devisen ein. Auch die nationalsozialistische Elite kaufte über Mittelsmänner, wie Architekten, bei Bernheimer ein. Das Finanzministerium in Berlin und die lokalen Behörden in München waren sich uneinig was mit der „L. Bernheimer KG“ geschehen sollte. Berlin wollte sie liquidieren, während Gauleiter Adolf Wagner sie in den Besitz der NSDAP München überführen wollte. Mit Unterstützung Hitlers gelang ihm dies schließlich.

Aufgrund der „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ vom 12. November 1938 ließ Gauleiter Adolf Wagner das Geschäft schließen. Nur wenige Tage später, am 23. November 1938, wurde es unter der Leitung von Josef Egger, der bereits seit 1924 als Kaufmännischer Leiter bei Bernheimer angestellt war, und Karl Lösche wieder geöffnet. Am 14. Dezember 1938 setzte Adolf Wagner Egger und Lösche als Treuhänder für das Firmenvermögen, sowie die Privatkonten der Bernheimer ein. Am 22. September 1939 ernannte er Robert Scherer zum Treuhänder der Firma Bernheimer und zeitgleich zum ehrenamtlichen Geschäftsführer der „Kameradschaft der Künstler München e. V.“ Für beides erhielt er am 5. Oktober 1939 von Wagner die Generalvollmacht für die Geschäftsführung. Noch im Oktober war die Übernahme der „L. Bernheimer KG“ durch die „Kameradschaft der Künstler München e. V.“ beschlossen und am 16. November 1939 umgesetzt. Aus der Übernahme ging die „Münchner Kunsthandels-Gesellschaft “ als KG hervor. Gekauft wurde die Firma mit allen Aktiva und Passiva für die NSDAP. Der Erlös wurde mit verschiedenen Bußgeldern und Strafsteuern verrechnet. Ohne Erlöse aus der Firma musste die Familie Bernheimer das Land verlassen. Fast allen Familienmitgliedern gelang die Emigration.

Nach Kriegsende leitete Otto Bernheimer, noch von Venezuela aus, die Rückerstattung des Firmen- und Privatvermögens ein. Er kehrte 1946, zunächst als einziger der Familie, zurück nach München. Bis er 1954 endgültig seine deutsche Staatsbürgerschaft wiederbekam, lebte er zwischenzeitlich in der Schweiz. Die „Property Control“ der Amerikaner beschlagnahmte die „Münchner Kunsthandels-Gesellschaft“ und den Besitz der „Kameradschaft der Künstler München e. V.“. Als Treuhänderin setzte sie Carola von Schreck ein, welche bis 1942 mit Ludwig Bernheimer verheiratet war. Nachdem 1948/49 die Vermögensrückerstattung weitestgehend abgeschlossen war, wurde der Gewerbeanmeldeschein der „L. Bernheimer KG“ am 10. Juni 1949 geändert. Ernst, Otto, Ludwig und Paul Bernheimer waren wieder als Gesellschafter und Karoline Bernheimer wieder als Kommanditisten eingetragen. Im September 1951 trat Rudolf Seitz als Teilhaber in die „L. Bernheimer KG“ ein, weil die übrigen Gesellschafter ihren Wohnsitz noch im Ausland hatten. Nach Otto Bernheimers Tod 1960, leitete Kurt Behrens die Firma, bis Konrad O. Bernheimer, der Sohn von Kurt Bernheimer, 1977 die Geschäftsführung übernahm. Zusammen mit seinen Schwestern Maria Sol Bernheimer-Brey und Iris Bernheimer-Goodwin richtet dieser das Geschäft neu für Altmeistergemälde aus. 1987 fiel die Entscheidung, das Geschäft aufzulösen und das Anwesen am Lenbachplatz zu verkaufen.

Damit verschwand der Name Bernheimer aber nicht aus den Münchner Kunsthandlungen. Konrad O. Bernheimer leitete anschließend die „Fine-Old-Masters-Galerie” in München zunächst am Promenadeplatz, dann an der Brienner Straße 7. Wie dem internationalen online Branchenbuch „Cylex“ zu entnehmen ist wurde im Handelsregister des Amtsgerichts München am 25.02.2015 die Firma „Bernheimer Fine Old Masters e. K.“ in „Galerie Bernheimer e. K.“ umbenannt. Am 03.08.2016 änderte sich die Firmenanschrift. Der neue Standort ist nun die Georgenstraße 22. Als „Konrad O. Bernheimer Kunsthandel e. K.“ mit der Nummer HRA65080 und der Firmenadresse Georgenstraße 22 ist die Firma beim Amtsgericht München registriert (Stand 28.05.2022).

Zum Standort: Ecke Promenadestraße/Salvatorstraße (vermutlich Anwesen Salvatorstraße 7), Kleiderstoff- und Damenkonfektionsgeschäft; Kaufingerstraße 17, Wohn- und Geschäftshaus; Lenbachplatz 3, Hauptgeschäft. Erweitert durch: Ottostraße 16, München sogenanntes „Englisches Café“ seit 1908/1909 an das Hauptgeschäftshaus angegliedert; Ottostraße 15, München (?) Durchgangshaus, für Musterzimmer und Ausstellungsräume genutzt worden; Ottostraße 13 und 14, München (vermutl. um 1900) Hofräume als Lagerräume genutzt; Ottostraße 13-15, München (1910-?) ein großer Neubau auf den Grundstücken der Anwesen; Karlstraße 21, München (1908-?) Lagerhaus; Friedensstraße und in Laim, München Lagerplätze; Prannerstraße, München Lagerhaus; Lothringerstraße 13, München (1936-?) Lagerhaus

Namensvarianten
Namensvariante der Institution
Kunsthandel Bernheimer, München
Normdatei (GND) zur Institution
Bevorzugter Name der Institution (GND)
L. Bernheimer KG
Alternativer Name der Institution (GND)
Bernheimer KG
Bernheimer (L. Bernheimer KG)
Haus Bernheimer (L. Bernheimer KG)
Firma L. Bernheimer
Standort
Adresse der Institution
Adresse ab
1864
Adresse bis
1870
Adresse der Institution
Adresse ab
1870
Adresse bis
1889
Adresse der Institution
Adresse ab
1889
Adresse bis
1987
Adresse der Institution
Adresse ab
1908
Adresse der Institution
Adresse der Institution
Adresse der Institution
Adresse der Institution
Adresse ab
1910
Adresse der Institution
Adresse ab
1908
Adresse der Institution
Adresse der Institution
Adresse der Institution
Adresse ab
1936
Existenzbeginn
Gründung
10.05.1864
Existenzende
Auflösung
1987
Akteur*innen (Beteiligung)
Funktion
Geschäftsführer*in
Gründer*in
zur Person (Beteiligung)
Gründer, Geschäftsführer 1864-1918, Kgl.-Bayerischer Hoflieferant ab 1882, erster Kgl.-Bayerischer Kommerzienrat ab 1884
Funktion
Prokurist*in
zur Person (Beteiligung)

Ab 1872 hatte sie Prokura

Funktion
Geschäftsführer*in
Prokurist*in
Mitinhaber*in
zur Person (Beteiligung)
1890 oder 1891-1933; Prokurist ab ca. 1891, mit vollendetem 25. Lebensjahr (1896): Teilhaber und Kgl.-Bayerischer Hoflieferant, Kgl.-Bayerischer Kommerzienrat ab ca. 1912, Geschäftsführer ab 05.1918, Handelsrichter ca. 1926-1930/31; in der Firma zuständig für: Einkäufe in England und Konstantinopel, sein Spezialgebiet war der Einkauf und die Bewertung von Orientteppichen
Funktion
Geschäftsführer*in
Prokurist*in
Mitinhaber*in
zur Person (Beteiligung)
1894 –1938 und 1949- ?; Prokurist ab ca. 1896, mit vollendetem 25. Lebensjahr (vermutl. 1901): Teilhaber und Kgl.-Bayerischer Hoflieferant, persönlich haftender Gesellschafter der L. Bernheimer oHG ab 1900, Geschäftsführer ab 05.1918, persönlich haftender Gesellschafter der L. Bernheimer KG ab 21.07.1933, wieder Gesellschafter ab 10.06.1949; in der Firma zuständig für: Einkäufe in Frankreich, Stoffeinkauf und die Stoffabteilung, Finanzen, Buchhaltung und Steuerangelegenheiten
Funktion
Geschäftsführer*in
Prokurist*in
Mitinhaber*in
zur Person (Beteiligung)
1898-1938 und 1949-1960; Prokurist ab ca. 1898; mit vollendetem 25. Lebensjahr (vermutl. 1903): Teilhaber und Kgl.-Bayerischer Hoflieferant, persönlich haftender Gesellschafter der L. Bernheimer oHG ab 1902, Geschäftsführer ab 05.1918, Kgl.-Bayerischer Kommerzienrat ab 1927, Mexikanischer Konsul 1931-1938, persönlich haftender Gesellschafter der L. Bernheimer KG ab 21.07.1933, wieder Gesellschafter ab 10.06.1949; in der Firma zuständig für: Einkäufe in Italien und Spanien, die Schwerpunkte antike Möbel, italienische Textilien, frühe spanische Teppiche, historische Architekturteile und Kunstwerke
Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
zur Person (Beteiligung)
Einer der ersten Mitarbeiter der Firma; führt das Konfektionsgeschäft in der Theatinerstraße ab ca. 1874, einige Jahre darauf überlässt ihm die Firma L. Bernheimer den Alleinbesitz des Konfektionsgeschäfts
Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
Buchhalter*in
zur Person (Beteiligung)
1873-1903; Buchführung, Korrespondenz, Kassenwesen, Kundenempfang und in Abwesenheit von Lehmann Bernheimer die Betreuung von englischsprachigen Kunden
Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
zur Person (Beteiligung)
Ca. 20 Jahre bis 12.1895 oder 96; einer der ersten Mitarbeiter, konnte Lehmann Bernheimer im Ein- und Verkauf von Stoffen vertreten
Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
Schreibkraft
zur Person (Beteiligung)
1886/87-1941; erst Lagerist und Verkäufer im Stofflager, dann Leiter des Auszeichnungsbüro, führte Lagerbücher, Auszeichnungen und Berechnungen der einlaufenden Waren, behördlich anerkannte Zolldisponent der Firma nach 1933
Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
Buchhalter*in
zur Person (Beteiligung)
Um 1895- ?; Buchhaltung, später auch Tageskasse am Eingang, führte die Kranken- und Invalidenliste
Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
zur Person (Beteiligung)
Ca. 1897-1908; Dekoration der Auslagen und des Geschäfts, Verkäufer, konnte selbstständig große Innenausstattungsaufträge übernehmen und durchführen
Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
zur Person (Beteiligung)
Ca. 1899-01.08.1914; beauftragter Direktor von „L. Bernheimer, ancien Maison Trapet“ in Paris
Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
zur Person (Beteiligung)

Um 1900-1941; Vorstand der Werkbüros bei „L. Bernheimer“ sowie Werkführer

Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
Buchhalter*in
Schreibkraft
zur Person (Beteiligung)

Um 1903-um 1921; Buchhaltung, Korrespondenz, Büroleitung

Funktion
Mitarbeiter*in
Volontär*in
zur Person (Beteiligung)
Um 1906-1911; Volontär, dann Verkäufer
Akteur*in
Funktion
Geschäftsführer*in
Mitarbeiter*in
zur Person (Beteiligung)
1924 oder 1927- ?; Kaufmännischer Leiter ab 1924 oder 1927, Treuhänder von Firmen- und Privatvermögen und Geschäftsführer ab 14.12.1938
Funktion
Prokurist*in
Mitinhaber*in
zur Person (Beteiligung)
Um 1930-1938 und 1949-?; Prokurist vor 1937, Teilhaber ab 1937, Gesellschafter ab 10.06.1949
Funktion
Mitarbeiter*in
zur Person (Beteiligung)

21.07.1933-1938 und 1949-?; Kommanditistin

Funktion
Prokurist*in
Mitinhaber*in
zur Person (Beteiligung)
Um 1930-1938 und 1949-?; Prokurist vor 1937, Teilhaber ab 1937, Gesellschafter ab 10.06.1949
Funktion
Mitarbeiter*in
Akteur*in
Funktion
Mitarbeiter*in
zur Person (Beteiligung)
Treuhänder von Firmen- und Privatvermögen ab 14.12.1938-?
Akteur*in
Funktion
Geschäftsführer*in
zur Person (Beteiligung)
Treuhänder ab 22.09.1939, Geschäftsführer ab 05.10.1939
Funktion
Buchhalter*in
zur Person (Beteiligung)
Buchhaltung und Kasse für ca. 35 Jahre
Schwerpunkte
Inhaltlicher Schwerpunkt
Zunächst auf Kleiderstoffe und Damenkonfektion ausgerichtet, in den 1870er Spezialisierung auf Orientteppiche und Asiatika, ab 1884 Aufgabe der Kleiderstoffe, neue Schwerpunkte sind Möbelstoffe und Tapete, später kommen antike Möbel und Innenausstattungselemente hinzu. Es werden nicht nur einzelne Stücke angeboten, sondern komplette Raumausstattungen. Es sollten alle Einrichtungsstile des Späthistorismus bedient werden und so gab es beispielsweise französische und englische Möbel des 18. Jahrhunderts neben Skulpturen der italienischen Renaissance und des deutschen Barocks. Auch Textilien und Stickereien, insbesondere Tapisserien und Gobelins. Ab 1977 begann Konrad O. Bernheimer die Kunsthandlung neu auf Altmeistergemälde auszurichten.
Objektgattung
Malerei
Skulptur / Plastik
Antiquitäten / Möbel / Einrichtung
Textilien / Tapisserien
Kunsthandwerk
Asiiatika
Zeitangabe (Schwerpunkte)
13. Jh.
14. Jh.
15. Jh.
16. Jh.
17. Jh.
18. Jh.
19. Jh.
20. Jh.
Kooperation
Datum der Kooperation
1899
Datum der Kooperation
1916-1918
Datum der Kooperation
1918
Kooperierende Institution
Datum der Kooperation
1922-1935
Kooperierende Institution
Kooperierende Institution
Weitere Informationen
Kommentar (weitere Information)
S.C. CYLEX TEHNOLOGIA INFORMATIEI INTERNATIONAL S.N.C.: Konrad O. Bernheimer Kunsthandel e.K., München, aktualisiert 28.05.2022 (zuletzt aufgerufen am 24.03.2023)
Erschließung/Änderungshistorie
Urheber*in/Autor*in
Heiß, Maria
Kommentar zur Erschließung

Dieser Eintrag ist im Rahmen des Seminars "Der Kunstmarkt und seine Mechanismen - Die Rolle von Kunsthandelsarchiven für die Forschung" von Dr. Birgit Jooss am Institut für Kunstgeschichte der Universität Augsburg im Wintersemester 2021/2022 entstanden.

Datum der Fertigstellung
13.07.2022