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Titel
Grabinschrift des Decurio C. Iulius Achilleus und seiner Familie
Interne ID
HD058018
EDH
EDCS
TM ID
LUPA
IIIF Manifest
https://edh.ub.uni-heidelberg.de/iiif/edh/HD058018.manifest.json
Datierung
201 AD – 300 AD
Inschriftentyp
Inschriftenträger
Trägertyp
Material
Höhe
132
Breite
80
Tiefe
40
Beschreibung

Der Grabaltar ist am Sockel und Aufsatz beschädigt. Über dem Inschriftenfeld erscheinen Büsten von zwei Männern und zwei Frauen. Auf der rechten Seite reicht ein Diener einer sitzenden Frau ein Kästchen, auf der linken Seite befindet sich ein nacktes Kind mit erhobenem rechten Arm.

Auffindung
Fundort
St. Georg-Kirche
Funddatum
1928
Text

D(is) M(anibus) Di Manes [e]t

perpetuae securitati / C(aius) Iul(ius) AchilleusC. Iulius Achilleus (männlich, Dekurionenstand) dec(urio) Decurio (Stadtrat) / suae civ(itatis) sibi et / Aureliae AntonillaeAurelia Antonilla (weiblich) / coniugi pudicissimae / feminae rarissimae et / C(aio) Iulio AntoninoC. Iulius Antoninus (männlich) filio / vivos *sic vivis fecit et / Aureliae IuliaeAurelia Iulia (weiblich) filiae / infanti dulcissimae quae / vixit n(um) I mens(es) VIII d(ies) XVI

o(pto) t(erra) s(it) t(ibi) l(evis)

Übersetzung

Den Totengöttern und der ewigen Sorgenfreiheit.

Gaius Iulius Achilleus, der Dekurio seiner Stadt, errichtete (das Grabmal) für sich und Aurelia Antonilla, seine mit höchster Schamhaftigkeit ausgezeichnete Ehefrau, eine Frau, wie man sie höchst selten findet, und seinen Sohn Gaius Iulius Antoninus zu seinen und ihren Lebzeiten sowie für seine Tochter Aurelia Iulia, ein allersüßestes Kind, die ein Jahr, acht Monate und 16 Tage lebte.

Ich wünsche, dass dir die Erde leicht sein möge.

Kommentar

Wagner: Die Buchstabenhöhe der Textzeilen beträgt 2,6-3,0cm. Z.1 steht auf dem Profil über dem Inschriftenfeld. Wagner: Möglicherweise gibt es in der Zeile noch Reste einer früheren Inschrift. Schneider: Reste der früheren Inschrift inzwischen nicht mehr erkennbar. Z. 12 befindet sich auf der Altarbasis und besteht aus einem großen O, in das die übrigen Buchstaben der Schlussformel hineingeschrieben sind.

Wagner: Die genaue Amtbezeichnung 'decurio suae civitatis' (anstelle von municipii) ist in Rätien selten und sinngemäß mit der Formulierung 'res publica civitatis Aeliae Augustae' (HD058663) vergleichbar. Achilleus und seine Familie gehörten also zur lokalen Oberschicht.

Datierung: Die fehlende Umrahmung des Inschriftenfeldes, die erwachsene und nicht kindliche Darstellung der Tochter sowie die Reste einer älteren Inschrift deuten auf das 3. Jahrhundert als Entstehungszeitraum hin.

Schneider: Das Relief steht symbolisch für eine Familie und soll absichtlich keine realistische Darstellung der Familienmitglieder darstellen.

Rupprecht: C. Iulius Achilleus (Das Cognomen lehnt sich an den gr. Held an) war vermutlich kein Teil der einheimischen romanisierten Bevölkerung, sondern reiste selbst (oder seine Vorfahren) noch unfrei oder schon freigelassen aus dem östlichen Mittelmeerraum nach Raetien.

(EDH, JW)

TEI Datei
https://raw.githubusercontent.com/Romische-Inschriften-Augsburg-RIA/database/main/TEI/HD058018.xml
Standard Text String
Dis Manibus et perpetuae securitati Caius Iulius Achilleus decurio suae civitatis sibi et Aureliae Antonillae coniugi pudicissimae feminae rarissimae et Caio Iulio Antonino filio vivos sic vivis fecit et Aureliae Iuliae filiae infanti dulcissimae quae vixit nnum I menses VIII dies XVI opto terra sit tibi levis
Bibliographie
Referenzen
F. Wagner, BRGK 37/38, 1956/57, 225, Nr. 33; Taf. 13, 33.
Referenzen
G. Gamer - A. Rüsch, Raetia (Bayern südlich des Limes) und Noricum (Chiemseegebiet), CSIR Deutschland 1, 1 (Bonn 1973) 25-26, Nr. 26; Taf. 10, 26.
Referenzen
S. Schneider, Familie in der Provinz. Die Grabdenkmäler mit Familiendarstellungen aus dem römischen Augsburg, Hephaistos 31 (2014), S. 179-180.
Referenzen
G. Rupprecht, Untersuchungen zum Dekurionenstand in den nordwestlichen Provinzen des römischen Reiches (FAS; Bd. 8), Kallmünz 1975, S. 82, 236-237.