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Titel
Ehren- oder (christl.?) Grabinschrift aus der Spätantike
Interne ID
HD058082
EDH
EDCS
TM ID
AE
1994, 1326
IIIF Manifest
https://edh.ub.uni-heidelberg.de/iiif/edh/HD058082.manifest.json
Datierung
384 AD – 450 AD
Inschriftentyp
Inschriftenträger
Trägertyp
Material
Höhe
54
Breite
35
Tiefe
12
Beschreibung

Zwei nicht aneinanderpassende Fragmente. Die Rekonstruktion ist fehlerhaft zusammengefügt und ergänzt. Wie die beiden Fragmente zueinander gesetzt werden müssen, ist aus dem Text nicht klar ersichtlich. Fragment 2 ist 54cm h, 33cm b, 12cm t groß, Fragment 141cm h, 35cm b, 12cm t. Die geringe Tiefe der Fragmente zeigen, dass sie Teil einer Platte eines größeren Monuments waren.

Auffindung
Fundort
Domplatz
Fundumstände
Spolie in einer mittelalterlichen Türschwelle
Funddatum
1929
Text

[...] [...]NO/[...]VIT honore / [...] gaudia semper / [...]S concordia I() /[...]VA fecit / [...] I() III [...]

[...] [...]CEN[...] / [...]MILIA[...] / [...]CEN SE[...] / [...]S votum [...] / [...]AN[...] / [...] Pannonicia[n][...]Pannoniciani / [...] (3) Angrivarii et Ho[noria]Honoriani [...]/[...] meritissim[...] / [...] animis iuve[n][...] / [...] praeclaro

Übersetzung

(Zu bruchstückhaft für eine Übersetzung)

Kommentar

Beide Fragmente haben eine Buchstabenhöhe von circa 3,2cm und einen zentrierten Text. Vielleicht handelt es sich nicht um eine Ehreninschrift, sondern um eine Weih- oder Grabinschrift. Wagner: Christliche Grabinschrift anhand der Wortwahl in Z. 3 und 4 von Fragment 1, dagegen Scharf: spätrömische Inschrift eines Senators.

Fragment 1: Links sind zwei parallele Rahmungsstriche erhalten, in die Z. 2 hineinragt und über die Z. 3 und 4 hinausgehen. Z. 2 zeigt zum Ende hin kleiner werdende und sogar über den Rand hinausgehende Buchstaben, da der Steinmetz die Größe des Inschriftenfeldes überschätzt hatte. Z. 4: das I(?) liegt direkt auf dem dem zweiten Rahmungsstrich, so daß es sich möglicherweise nicht um einen Buchstaben handelt. Z. 6: Wagner: IIII. Scharf: vom I(?) ist nur das obere Drittel einer senkrechten Haste erhalten; auch H(?) oder L(?) möglich.

Fragment 2: Z. 5: NT-Ligatur, wie Wagner sie sah, laut Scharf nicht erkennbar. Z. 6: Pannoniciani (Kasusendung unklar). Text 2 Z. 7: vor RIVAR möglicherweise Rest eines C oder G erhalten. Angrivarii, Honoriani bzw. Honoriaci (Kasusendung unklar). Z. 8-10: Großer Abstand der Buchstaben.

Die spätantiken Einheiten der Angrivarii und Honoriani werden in der Not. Not. Dign. Oriens V 58-59 bzw. 21=62, die Pannoniciani in Not. Dign. Occ. V 149, VII 7 und Not. Dign Oriens VIII 48 genannt. Die hier genannten Soldaten kamen also sowohl aus der östlichen als auch der westlichen Hälfte des Reiches zusammen.

Datierung: AE: Nennung des Truppenkörpers der Honoriani datiert die Inschrift in die Zeit um 400 n. Chr. Eventuell genauere Datierung in die Jahre 430/1 möglich, als der magister equitum presentalis Flavius Aetius von Italien aus mit einem Heer, das vielleicht die hier genannten Kontingente umfasste, nach Raetien aufbrach, um die durchgebrochenen Juthungen zu besiegen. Das Ehrenmonument würde demnach wie bereits der Siegesaltar (260 n. Chr.; HD044953) einen historisch bedeutsamen Sieg auf raetischem Boden bezeugen.

Für mehr Informationen zum Inschriftentyp, den genannten Einheiten und der historischen Einordnung: vgl. Scharf 1994.

(EDH, JW)

TEI Datei
https://raw.githubusercontent.com/Romische-Inschriften-Augsburg-RIA/database/main/TEI/HD058082.xml
Standard Text String
NOVIT honore gaudia semper S concordia IVCVA fecit I III CEN MILIA CEN SE S votum AN Pannonician Angrivar3 et Honoria meritissim animis iuven praeclaro
Bibliographie
Referenzen
AE 1994, 1326.
Referenzen
F. Wagner, BRGK 37/38, 1956/57, 228, Nr. 46; Taf. 15, 46. (B)
Referenzen
R. Scharf, Tyche 9, 1994, 131-145.
Referenzen
L. Ohlenroth, Germania 14, 1930, S. 85