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Titel
Bau-/Stifterinschrift eines unbekannten Decurio und Textilhändlers
Interne ID
HD058494
EDH
EDCS
TM ID
LUPA
CIL
III 5800
IBR
111
ACE
IIIF Manifest
https://raw.githubusercontent.com/Romische-Inschriften-Augsburg-RIA/database/main/IIIF-Manifeste/HD058494.manifest.json
Datierung
117 AD – 300 AD
Inschriftentyp
Inschriftenträger
Trägertyp
Material
Höhe
34
Breite
130
Provenienzgeschichte

Mitte des 16. Jahrhunderts im Peutingerhaus, 1823 stand der Stein vor dem Metzgershaus Lit. G N. 128 auf dem Saumarkt, wurde ausgehoben und ins Antiquarium Romanum gebracht. Danach Römisches Museum.

Aktueller Standort
Auffindung
Funddatum
1556
Text

Municipi(i) Ael(i) [ Aug(usti) ] negotiator(es) / vestiariae(Handels-)Güter et [lint]iariae(Handels-)Güter Händler aedemTempel / cum suis orn[ame]ntis sibi et P(ublio) Pat(ernio) P.? Paternius? (männlich) / C(aio) Antoni[o Aelia]noC. Antonius Aelianus (männlich) equiti Romano / decurioniDecurio (Stadtrat) m(i) Ael(i) Aug(usti) [meri]to

Übersetzung

---, Stadtrat des municipium Aelium Augusta und Händler mit Textilien und Leinenprodukten, stiftete den Grabtempel mit seinem Bauschmuck für sich und seinem ehrwürdigsten Vater (alt. Les.: Publius Paternius sowie), C. Antonius Aelianus, den römischen Ritter und Stadtrat des municipium Aelium Augusta, nach Verdienst.

Kommentar

Die ergänzten Stellen in der Mitte jeder Zeile waren im 16. Jh. noch lesbar, wurden aber angeblich durch Salpeter und Säure beschädigt. CIL: Abweichende Lesungen: Z. 2: ES FR AREAE ET LINETANAE AEDEM; ......N ET ........ Z. 3: statt P(ublio?) Pat(ernio?) auch p(atri) pat(rono) denkbar, Platschek: P(io)/P(iissimo)/P(ientissimo) P(atri). CIL: Z. 6: DECVRIONI MVNICIPI AEL AVG FILIO.

Kuhoff, Platschek: Aufgrund eines Säulenreliefs links und dem Rahmen oberhalb der Inschrift wurde der erhaltene Beginn des Textes als der ursprünglich betrachtet. Durch die Formel aliquis sibi et alicui ist klar, dass es sich um eine Grabinschrift handelt, jedoch fangen diese nicht mit der Berufsbezeichnung einer Einzelperson an, sondern nennen mindestens vorab einen Namen. Eine zweifelhafte Lösung lag im Plural negotiatores, womit ein Verein oder eine Kooperation Augsburger Textilhändler das Grabmal für sich selbst und den erwähnten Patronen Aelianus errichten ließ. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Beginn des Textes auf einem anderen anschließenden Stein eingehauen war und dieser die fehlenden Bestandteile enthielt. Der Interpretation folgend stiftete ein unbekannter Decurio und Textilhändler das Grabmonument für sich und seinen ehrwürdigsten Vater Aelianus, der ebenfalls Decurio war.

(EDH, JW)

 

 

TEI Datei
https://raw.githubusercontent.com/Romische-Inschriften-Augsburg-RIA/database/main/TEI/HD058494.xml
Standard Text String
Municipii Aeli Augusti negotiatores vestiariae et lintiariae aedem cum suis ornamentis sibi et Publio Paternio Caio Antonio Aeliano equiti Romano decurioni municipii Aeli Augusti merito
Bibliographie
Referenzen
IBR 111; tab. 16, 111.
Referenzen
ILS 7108. (B)
Referenzen
J. Pérez González, StudAntArch 22, 2017, 135.
Referenzen
CIL III 5800.
Referenzen
W. Kuhoff, Der Handel im römischen Süddeutschland, MBAH 3 (1984), S. 91.
Referenzen
J. Platschek, Negotiatores in Augsburger Inschriften und in den Quellen des römischen Rechts. in: C. Becker (Hg.): Ökonomie und Recht (Augsburger Schriften zur Rechtsgeschichte; Bd. 19), Berlin 2009, S. 16-17.