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Titel
Grabinschrift des T. Flavius Martialis und seiner Familie
EDH
EDCS
TM ID
LUPA
CIL
III 5812
IBR
123
ACE
IIIF Manifest
https://raw.githubusercontent.com/Romische-Inschriften-Augsburg-RIA/database/main/IIIF-Manifeste/HD058543.manifest.json
Datierung
171 AD – 235 AD
Inschriftentyp
Inschriftenträger
Material
Höhe
450
Breite
96
Tiefe
65
Beschreibung

Stoll: Das Grabpfeilerdenkmal besteht aus Sockel, Inschriftenblock mit Profilen, Figurenblock, Gesims und Dach mit Bekrönung. In einer Rundbogennische mit Doppelbogen erscheinen vier Personen in Reliefbildern. Links steht der verstorbene Soldat in Ärmeltunika, sagum, cingulum mit Ringschnalle, einem Kurzschwert an der rechten Seite und Schriftrolle in der linken Hand. Daneben steht der togierte Vater mit Schriftrollen in beiden Händen und die Mutter in Stola und palla. Rechts steht der Stifter Martialis eine Schriftrolle haltend. Auf der rechten Nebenseite befindet sich eine Frau, auf der linken Nebenseite vier Personen, die an einem Tisch Geld zählen. Im Giebel über der Hauptseite ist ein Krater mit Schlangen und zwei Pfauen erkennbar, über der rechten Nebenseite ein Erot mit Korb sowie ein Hase, über der linken Nebenseite ein Früchtekorb.

Provenienzgeschichte

Seit seinem Fund stand der Stein bis 1821 an der 'Dorfstraße' von Oberhausen, wo er teils mutwillige Beschädigungen erlitt. 1821 wurde ins Antiquarium Romanum gebracht. Jetzt befindet er sich im Römischen Museum.

Aktueller Standort
Auffindung
Funddatum
1709
Text

D(is) M(anibus) Di Manes / T(ito) Fl(avio) PrimanoT. Flavius Primanus (männlich) patri et / Traian(iae) ClementinaeTraiania Clementina (weiblich) / matri et / T(ito) Fl(avio) ClementiT. Flavius Clemens (männlich, Soldaten) fratri / mil(iti) Soldat leg(ionis) III Italic(ae) Legio III Italica / exactoSchreiber co (n)s(ulari) Konsul / qui vixit annis XXIIII / T(itus) Fl(avius) MartialisT. Flavius Martialis (männlich) sibi / et parentibus suis / vivos *sic fecit

Übersetzung

Den Totengöttern. Dem Vater Titus Flavius Primanus, der Mutter Traiania Clementina und dem Bruder Titus Flavius Clemens, dem Soldaten der 3. Italischen Legion und Schreiber im Büro des Statthalters, der 24 Jahre lebte. Titus Flavius Martialis errichtete (das Grabmal) für sich und seine Eltern zu seinen Lebzeiten.

Kommentar

IBR: Hederae in Z. 1 und Z. 11. Z. 3: TI-, AE-Ligatur. Z. 7: Querhaste über COS. Z. 9: Kein Worttrenner vor SIBI (aus Platzgründen?).

Die Militärfamilie zeigt mit dem Monument ihren Wohlstand, Status und auch ihre Bildung. Als exactus consularis war T. Flavius Clemens im Stab des Statthalters und des Legionslegaten aktiv.

(EDH, JW)

TEI Datei
https://raw.githubusercontent.com/Romische-Inschriften-Augsburg-RIA/database/main/TEI/HD058543.xml
Standard Text String
Dis Manibus Tito Flavio Primano patri et Traianiae Clementinae matri et Tito Flavio Clementi fratri militi legionis III Italicae exacto consulari qui vixit annis XXIIII Titus Flavius Martialis sibi et parentibus suis vivos sic fecit
Bibliographie
Referenzen
IBR 123; tab. 17, 123.
Referenzen
ILS 2386.
Referenzen
G. Gamer - A. Rüsch, Raetia (Bayern südlich des Limes) und Noricum (Chiemseegebiet), CSIR Deutschland 1, 1 (Bonn 1973) 26-27, Nr. 29; Taf. 13-15.
Referenzen
CIL III 5812.
Referenzen
O. Stoll, Legionäre, Frauen, Militärfamilien. Untersuchungen zur Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsentwicklung in den Grenzprovinzen des Imperium Romanum, in: Jahrb. RGZM 53,1 (2006), S. 309.